Internationalismus


Ein kompakter Überblick zur Geschichte einer zentralen Bewegung der Linken und zugleich eine reflektierende Einführung in ihre wesentlichen Debatten sowie philosophischen und soziologischen Grundlagen.
Ausgangspunkt der Betrachtungen ist dabei nicht die Situation in den Ländern des Trikonts, sondern die Wahrnehmung der sogenannten Dritten Welt und ihre Projektion auf die gesellschaftlichen Verhältnissen hierzulande.
Vom ausgeprägten ideengeschichtlichen Optimismus der 1960er und 1970er, über die lebensphilosophischen Theoreme der 1980er bis hin zu den dialog- und konsensorientierten Ansätzen des vergangenen Jahrzehnts zeichnet der Autor die theoretischen Raster einer ebenso wichtigen wie widersprüchligen politischen Bewegung nach und fragt nach Perspektiven und neuen Denkansätzen.
Die 2., überarbeitete und aktualisierte Neuauflage wurde durch ein Kapitel zu den theoretischen Grundlagen der Bewegung (Negri, Hardt, Guattari etc.) gegen die neoliberale Globalisierung erweitert.

Internationalistische Politik muss auch heute, den Zeitläufen entsprechend, neu erfunden werden. Darin besteht ja auch das kreative Potenzial der so genannten globalisierungskritischen Bewegung. Das gut lesbare Buch trägt dazu bei, um sie zu aktualisieren, um sie in aktuellen Auseinandersetzungen präsent zu haben.
Ulrich Brand, die tageszeitung, 27.8.02

Was also letztlich herausgekommen ist, ist nicht weniger als, das muss in dieser dicken Deutlichkeit eben genau so gesagt werden, Pflichtlektüre für alle InternationalistInnen.
Terz, Düsseldorfer Stadtzeitung, 9/02

... eine empfehlenswerte und zudem gut lesbare Lektüre.
Michael Krämer, Neues Deutschland, 18.10.02

Die Stärke von Hierlmeiers Internationalismus liegt in seiner akribischen Analyse der Sackgassen, in die sich immer wieder große Teile der InternationalistInnen verirrt haben...
Gerhard Klas, epd-entwicklungspolitik, 19/2003

Das Buch eignet sich als Hintergrundinformation für Lehrkräfte und fortgeschrittene Schüler zum vertiefenden Studium von Hintergründen der aktuellen Globalisierungsprozesse. Die Erweiterungen der 2.Auflage nehmen die neoliberalen Ideen besonders in den Blick.
Martin Geisz, Bildungsserver Hessen

#1 | Josef Hierlmeier | 10.01.2004 18:19
Rezensionen-Auszüge: Theo Bruns: Eine Archäologie der Internationalismusbewegung ila 9/02 (...) Hierlmeiers Buch unternimmt es ausdrücklich, die „Legitimität von 68“ zu verteidigen. In der dichten Beschreibung jener weltweiten Rebellion, die durch das Gefühl einer ungeheuren zeitlichen Beschleunigung, subjektive Zuspitzung und leidenschaftlichen Überschwang gekennzeichnet war, finden sich die stärksten Passagen des Buches. (...) Hierlmeier erweist sich dabei als ein ausgezeichneter Archäologe der Bewegung. Er versteht es nicht nur, komplexe Sachverhalte gestrafft darzustellen, ohne zu simplifizieren, sondern sein ausgeprägte Gespür für die Knotenpunkte der Debatte garantiert eine jederzeit spannende Lektüre.“ „Das Buch kann man nicht genug loben.“ „Review Corner“ „Eine Buch-Reihe, die sich diesen Namen gibt, hat entweder hohe, schwer zu erfüllende Ansprüche (theorie) oder will internet- und zeitgeistgerecht ein paar zusammenhangslose Informationen und Phänomene verramschen (org.). Die Schmalheit des ersten Bandes „Internationalismus. Eine Einführung in die Ideengeschichte“ von Josef Hierlmeier lässt Schlimmes befürchten. Beim Lesen weicht die Skepsis allerdings der Bewunderung, wie das Thema behandelt wird: Theoretisch anspruchsvoll und gleichzeitig nachvollziehbar auch für Uneingeweihte. (...) Eine derart unterhaltsame, kompakte, leicht verständliche und doch nicht oberflächliche Abhandlung über die Geschichte der bundesdeutschen Linken in Theorie und Praxis mit Verweis auf die Herkunft der jeweiligen Denktraditionen (d.h. mit einem Kurzabriss der Philosophiegeschichte der letzten zwei Jahrtausende) und auf die Auswirkungen in der Internationalismusbewegung dürfte ihres gleichen suchen.“ „Be an internationalist“ von Honker, in: Terz - Düsseldorfer Stadtmagazin 9/02 „(...) Sie (die Geschichte des Internationalismus) zu schreiben ist eine ziemliche Aufgabe, und es ist unglaublich, dass es hier auf nur knapp 170 Seiten, von Vietnam bis Genua, derart kompakt, konzentriert und zugleich mit den nötigen Impulsen für Gegenwart und Zukunft gelungen ist. Was also letztendlich herausgekommen ist, ist nichts weniger als eine, und das muss in dieser dicken Deutlichkeit eben genau so gesagt werden, Pflichtlektüre für alle InternationalistInnen. (...) Und er (Hierlmeier) hat nicht nur von Theorien, Ideen und Konzepten, sondern eben auch von Ökonomie und Geschichte Ahnung und kann das auch noch präzise und angenehm unabgehoben rüberbringen. (...) Hierlmeiers Ideengeschichte ist in ihrer kompakten und äußerst fixen Rückschau bestens geeignet, die heutigen Positionen anders zu bewerten und die Realien für einen Neuanfang neu zu begründen. (...)“ taz-Buchankündigung vom 27.08.02 Das Buch „bringt Klarheit in (das) Definitionswirrwarr und füllt die Sprechblasen der zeitgenössischen Politdebatten auch ordentlich mit Inhalt.“ Uli Brand: Rezension in der taz vom 27.08.02 „(...) In dem Band geht aber nicht nur um eine Rekonstruktion der Geschichte des Internationalismus, sondern deren knappe Skizze wird mit in diesen Zeiten wichtigen Ideen und Theoretikern kombiniert. So spielten Max Horkheimer, Theodor Adorno (mit beiden brachen die Studenten später bekanntlich) und Herbert Marcuse sowie Frantz Fanon, Che Guevara und der chinesische Aussenminister Lin Biao eine wichtige Rolle in der APO. In den 80er Jahren wird die Bedeutung der Befreiungstheologie und Dependenztheorie hervorgehoben. In den 90er Jahren werden Jürgen Habermas und Hannah Arendt als wichtige Gewährsleute des an Kooperation orientierten Politikstils angeführt. Der „zwanglose Zwang des besseren Arguments„ (Habermas) und der normative Zivilgesellschaftsbegriff Arendts schien das Politikverständnis vieler NGOs zu prägen. Demgegenüber wäre für den Autor ein an Foucault anknüpfender Macht- und Diskursbegriff analytisch und politisch produktiver. Deutlich wird, auf welch reichhaltige Erfahrungen die aktuellen Bewegungen zurückgreifen können. Bei allen Unterschieden besteht heute Einigkeit darin, dass Solidarität mit anderen Bewegungen immer der Gefahr der Projektion ausgesetzt ist. Auch die ungleich radikaleren Kämpfe in der sog. Dritten Welt werden – ganz im Gegensatz zu Vietnam oder Nicaragua – nicht als Modelle verklärt. (...) Internationalistische Politik muss auch heute, den Zeitläuten entsprechen, neu erfunden werden. Darin besteht ja auch das kreative Potenzial der sog. globalisierungskritischen Bewegung. Das gut lesbare Buch trägt dazu bei, Geschichte zu aktualisieren, um sie in aktuellen Auseinandersetzungen präsent zu haben.“ Michael Ramminger: Institut für Theologie und Politik, RB 17 „ Der Autor, langjähriger Mitarbeiter im BUKO (Bundeskoordination Internationalismus) legt hier eine kompakte Einführung in die Ideengeschichte des Internationalismus vor. (...) Ein spannendes Buch für alle, die bereit sind, ihr Engagement im Spiegel historischer Veränderungen zu bedenken.“ Transparent online: Zeitschrift für die kritische Masse in der rheinischen Kirche „Der Autor legt einen faszinierend reflektierten, luzid kenntnisreichen und flüssig geschriebenen Überblick vor. (…) Ein absolut spannendes, ein brandaktuelles, ein die geschichtlichen Erfahrungen seit 68 nachbürstendes und nach vorne denkendes Buch für Theorie und Praxis. Raumzeit – Zeitung für den Großraum Nürnberg – Fürth – Erlangen: Oktober 2002-12-23 Doch trotz der handlichen Verpackung bekommen die LeserInnen keine seichte Kost serviert. Hierlmeier hält in seinem Buch wichtige Einblicke bereit. (…) Ein Buch also nicht nur für Altlinke, sondern auch für neu Bewegte. Unser Prädikat: Absolut empfehlenswert. KED-Rundbrief Februar 2003, S.5 „Nur knappe 180 Seiten, brillant recherchiert und sprachlich erfrischend exakt.“ junge Welt vom 28.01.2003 Jenseits von Besserwisserei und ausgestattet mit dem kritischen Realismus eines langjährigen Aktivisten beschreibt Hierlmeier die neue, noch diffuse Bewegung. Mit seinem ideengeschichtlichen Abriß des Internationalismus in der BRD liefert er eine hervorragende Ergänzung zur chronologischen Geschichte der »Dritte-Welt-Bewegung in der Bundesrepublik«, die Werner Balsen und Karl Rössel Mitte der 80er Jahre herausgegeben haben. HW in arranca! 25, S. 55, Winter 2002/ 2003 Auf den ersten Blick wirkt das Buch, in dem sich Autor Josef Hierlmeier auf kanpp 170 Seiten dem Thema „Internationalismus“ widmet, fast unscheinbar. Was aber tatsächlich drin steckt an fundierter historischer Aufarbeitung der Ideengeschichte desselben, an sinnigen Verweisen und Erklärungen der jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Debatten, die die Diskussionen im internationale Solidarität von 1960 bis heute prägten und nach wie vor prägen, wird spätestens nach den ersten 20 Seiten deutlich. Sprachlich präzise und durch die Wahl der Textform des Essays hervorragend zu lesen, umreißt Hierlmeier die Entwicklungsgeschichte des Internationalismus als maßgeblichen Teil linker Bewegung, samt ihren Fehlleistungen und Projektionen, ihrem Scheitern und den ständiten Neuanfängen aus den Ruinen unbrauchbar gewordener Politik- und Denkansätze. Wenn es sich in Anbetracht der globalisierungskritischen Bewegung und dem Aufkeimen eines globaleren Politikansatzes nach Seattle und Genua lohnt, ein Buch zu lesen, um aus „der Geschichte“ zu lernen, dann dieses.

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Josef Hierlmeier

Hierlmeier, Josef:
Internationalismus
Eine Einführung in seine Ideengeschichte - von den Anfängen...
2. Auflage 2006
216 Seiten, kartoniert
ISBN 3-89657-594-5
10,00 Euro

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